Union Cycliste Internationale

Die Union Cycliste Internationale (UCI) wurde am 14. April 1900 in Paris, Frankreich, gegründet und wird als Weltradsportverband vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannt. Die UCI vertritt die Interessen der 187 nationalen und fünf kontinentalen Radsportverbände sowie von rund 1.500 Profi-Radfahrern, mehr als 500.000 Lizenzfahrern, mehreren Millionen Radsportlern und zwei Milliarden Hobby-Radfahrern weltweit.

Ziel der UCI ist es, den Radsport in enger Zusammenarbeit mit den kontinentalen und nationalen Verbänden sowie mit anderen Interessensvertretern aus dem Bereich Radfahren zu fördern und weiterzuentwickeln – nicht nur als Wettkampfsport, sondern auch als gesundheitsfördernde Freizeitbeschäftigung und umweltfreundliche Transportmöglichkeit. Dabei steht das Thema Ethik im Vordergrund: Das Radfahren soll sauber sein und die höchsten Standards der Good Governance erfüllen.

Als Weltradsportverband leitet und fördert die UCI acht Disziplinen: Straßenradsport, Bahnradsport, Mountainbike, BMX, Para-Cycling, Cross, Trial und Hallenradsport. Vier davon sind Disziplinen bei den Olympischen Spielen (Straßenradsport, Bahnradsport, Mountainbike, BMX), zwei bei den Paralympischen Spielen (Straßenradsport und Bahnradsport) und drei bei den Olympischen Jugendspielen (Straßenradsport, Mountainbike und BMX). Der Radsport ist der Inbegriff einer olympischen Sportart: Bei allen Olympischen Spielen der Neuzeit wurden Radsport-Bewerbe ausgetragen und es gibt kaum eine olympische Sportart, bei der mehr Medaillen vergeben werden (54).

Darüber hinaus ist die UCI für die Werbung der eigenen Wettkämpfe, darunter die UCI Straßenrad Weltmeisterschaften, zuständig. Neben der Straßenrad WM finden auch in anderen Disziplinen UCI Weltmeisterschaften statt. Bei diesen werden die Weltmeisterinnen und Weltmeister gekürt, die in der darauffolgenden Saison das Regenbogentrikot tragen dürfen. Für jede Radsportdisziplin stellen die UCI Weltmeisterschaften den Höhepunkt der Saison dar. Die meisten von ihnen werden medial umfassend begleitet.

Neben den Weltmeisterschaften richtet der Weltradsportverband auch Weltcups aus. Diese Serien erstrecken sich über die ganze Saison und bestehen aus mehreren Rennen in den jeweiligen Disziplinen. Die weltbesten Athletinnen und Athleten kämpfen um wertvolle Weltcup-Punkte. Am Ende des Jahres werden die Gesamtsiegerinnen und Gesamtsieger dieser Disziplinen gekürt.

Für die Förderung von Nachwuchstalenten aus der ganzen Welt wurde das UCI World Cycling Centre (WCC) gegründet. Jedes Jahr absolvieren dort rund 100 junge Radsportlerinnen und Radsportler Trainingsprogramme. Auch die Büroräume der UCI befinden sich innerhalb des Komplexes. Für angehende Trainerinnen und Trainer werden am WCC Ausbildungslehrgänge in verschiedenen Radsport-Disziplinen angeboten. Die Programme des World Cycling Centre in der Schweiz sowie an den offiziellen UCI-Standorten auf anderen Kontinenten zielen darauf ab, jungen Radsport-Talenten – unabhängig von ihrer Herkunft und der Rad-Infrastruktur im jeweiligen Heimatland – die Möglichkeit zu geben, ihre Leidenschaft für den Radsport auszuleben und ihr sportliches Potenzial zu entfalten.

Radfahren ist weit mehr als nur Spitzensport: Rund um die Welt bewegen sich viele Menschen aus verschiedenen Motivationen heraus und mit unterschiedlichen Fitness-Niveaus gern mit dem Rad. Darüber hinaus ist das Fahrrad weit mehr als nur ein Sportgerät. Daher hat die UCI mit anderen Interessensvertretern die „Cycling for All“-Programme ins Leben gerufen. Diese sollen das Radfahren für alle Menschen sicherer und zugänglicher machen.

Zu den wesentlichen Aufgaben der UCI zählt auch der Kampf gegen Doping im Radsport. In enger Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und den Nationalen Anti-Doping-Organisationen (NADOs) kommen dabei die neuesten und effektivsten Maßnahmen (vor allem der biologische Pass) zum Einsatz. Die UCI nimmt allerdings selbst keine Doping-Kontrollen vor. Diese werden stattdessen von einem unabhängigen Organ, der Cycling Anti-Doping Foundation (CADF), durchgeführt.

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