Fr 31.08.2018

Rad WM als Motor für mehr Bewusstsein im Verkehr


Jeder kennt sie – die oftmals haarsträubend gefährlichen Verkehrssituationen zwischen Radfahrern und Autolenkern. Der immer größer werdende Trend hin zum Rad verschärft dies: Innerhalb der letzten fünf Jahre ist die Anzahl von Verkehrsunfällen mit Fahrradbeteiligung um 41 Prozent gestiegen. Sowohl für Autofahrer, als auch für Radfahrer gilt es, Rücksicht aufeinander zu nehmen. Die bevorstehende UCI Straßenrad WM 2018 soll dieses Bewusstsein schärfen.

Dem Lotto NL-Jumbo Fahrer George Bennett, der bei der diesjährigen Tour of the Alps den fünften Platz belegt hat, ist das Thema Sicherheit im Verkehr ein besonderes Anliegen. „Letztes Jahr wurde ein Freund von mir, der mit dem Rad unterwegs war, bei einem Verkehrsunfall getötet. Ich selbst wurde bei einem Training vor der Tour of the Alps angefahren. Oft vergessen Autofahrer, wie zerbrechlich wir sind“, erklärt der Neuseeländer.
Bennett ist bewusst, dass sowohl Autolenker, als auch Radfahrer aufeinander Rücksicht nehmen müssen. „Zu meinen persönlichen Maßnahmen für mehr Sicherheit beim Training zählt, dass ich immer Lichter am Rad eingeschaltet habe, um gut sichtbar zu sein. Außerdem versuche ich, zu verkehrsschwachen Zeiten und auf weniger befahrenen Straßen zu trainieren“, so Bennett.

„Wir wollen den Verkehr nicht behindern“

Auch Mathieu Heijboer, Teamtrainer von Lotto NL-Jumbo, betont, dass Radteams im Training sehr darauf achten, nicht zur Verkehrsbehinderung zu werden: „Wir wollen die Straße nicht blockieren, deshalb fahren die Teammitglieder meist einzeln hintereinander. Manchmal ist jedoch die Straße sehr eng – hier ist besondere Vorsicht beim Überholen oder einfach nur ein bisschen Geduld gefragt. Meist dauert es nicht lange, bis sich eine gute Gelegenheit bietet, um sicher zu überholen.“

Gegenseitiger Respekt im Verkehr

„Ich glaube, die Verkehrssituation mit Radfahrern ist schon dabei, sich zu bessern. Die meisten Autofahrer passen sehr auf beim Überholen. Oft fehlt aber auch bei Radfahrern noch diese Rücksicht. Zum Beispiel beobachte ich oft, wie Radfahrer sich bei Ampeln bis ganz nach vorne drängen, nur damit dann alle Autos, die die Radfahrer zuvor schon überholt haben, nochmal überholen müssen. Hier ist mehr gegenseitiger Respekt und gegenseitiges Verständnis gefragt“, so Esther Wilhelm, die nicht nur Kommunikationsleiterin der Rad WM, sondern auch leidenschaftliche Hobbyradfahrerin ist.

Gib Acht – Fahr Fair

Besonders der Anstieg von Verkehrsunfällen mit Fahrradbeteiligung um 41 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre bot Anlass für die Initiative „Gib Acht – Fahr Fair“, die alle Verkehrsteilnehmer zu mehr Achtsamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme aufruft. Das gilt für motorisierte Transportmittel genauso wie fürs Fahrrad. Ins Leben gerufen wurde diese Kampagne vom Land Tirol, der Landespolizeidirektion, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit und dem Verein Sicheres Tirol. Durch vermehrte Hinweise etwa durch Plakate entlang des Landesstraßennetzes sollen Verkehrsteilnehmer zu mehr Respekt im Straßenverkehr sensibilisiert werden. Außerdem wurden insgesamt 340 Dienstfahrzeuge des Landes sowie IVB- und VVT-Busse mit dem Sujet „Gib Acht – Fahr Fair“ beklebt. Radfahrer sollen mit auf Sattelschonern platzierten Botschaften erreicht werden.

HELMI – Superheld der Sicherheit

Die Rad WM schlägt hier mit Maskottchen HELMI in eine ähnliche Kerbe. „HELMI steht für Sicherheit im Verkehr und wurde deshalb bewusst als Maskottchen für die Rad WM gewählt. Unser Ziel ist es, bei Autofahrern mehr Verständnis für den Straßenradsport zu schaffen und auf der anderen Seite auch die Radfahrer auf eine sichere Fahrweise hinzuweisen“, so Georg Spazier, Geschäftsführer der Innsbruck-Tirol Rad WM 2018 GmbH. HELMI ist seit über 35 Jahren Kultfigur und wird seit jeher vom Kuratorium für Verkehrssicherheit eingesetzt. Das Rad WM Maskottchen HELMI als Plüschfigur ist ab sofort in der Innsbruck Information und im Tirol Shop und während der Rad WM zusätzlich bei Merchandise Verkaufsstellen erhältlich.

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